Königsforst-Marathon (13.03.2016) 3:17 h !!!

Ich war unentschlossen, ob es ein langsamer Trainingslauf werden soll (wie eigentlich geplant), oder bei weniger Höhenmetern gegenüber Helgoland, ein weiterer Rekordlauf. Eigentlich wollte ich Brems-/Zugläufer über 4 h werden, wie im letzten Jahr, wo ich im Hinblick auf Helgoland 4:00:27 h gelaufen war. Bis zu meiner Abfahrt um 10.00 h war ich mir immer noch nicht schlüssig und füllte auch den Trinkrucksack nicht auf, da ich evtl. doch plane an den HM-Rekord von 2 Wochen anzuknüpfen. Sorge bereitet mir nur die Beinmuskulatur, die doch etwas arg leidet zuletzt. Planmäßig wäre ein langsamer Lauf vernünftiger und kein Rekordlauf und nun, just in diesem Moment glaube ich, dass das auch besser wäre, langsam zu laufen, andererseits ärgert es mich. Die Messlatte für Helgoland hängt reichlich hoch, wenn ich hier eine bessere Zeit vorgebe. Hier muß ich im Gegensatz zum „Fuselfelsen“ keine 300 Höhenmeter ,sondern nur 93 machen. Es wird spontan eine Entscheidung fallen, befürchte ich- gegen die Vernunft, wie ich mich kenne, aber wer schön sein will ,muß leiden…

Ich fuhr vormittags nach Bensberg und mußte wieder im Wohngebiet parken und da das Wetter super sonnig und mild war, enschloß ich mich kurzfristig dazu, voll auf Zeit zu gehen. Ausschlaggebend dafür war ein Bekannter, der mit mir in Bottrop(beim 50 er im November) auch lange zusammenlief und aus Mühlheim kommt. Wir gingen ein sehr hohes Tempo, quatschten die ganze Runde, rechneten das mögliche Tempo aus und waren uns sicher, um 3:20 h zu finishen.

In der zweiten Runde kam die Einsamkeit des Laufens, ich dankte Oma für die Kraft, die sie mir gab und erlebte in der grausamen, langweiligen zweiten Runde und die forderte meinen Kopf enorm: Die Schmerzen, die auftraten, überging ich durch monotones, gleichmäßiges Fortbewegen und die Schmerzen nicht mehr beachten. Ich spulte so Kilometer für Kilometer ab und rechnerisch schien es möglich, die 3:15 zu erreichen, aber realistischer war dann doch die 3:20 und selbst darunter könnte ich bleiben. Als mir ein Streckenposten den zehnten Platz avisierte /durchgab, machte ich nochmal Dampf und holte auf, denn einer war noch vor mir und Dank seiner Pausen konnte ich ihn noch abfangen, bzw. ließ er mir den Vortritt, so dass ich in neuer Rekordzeit von 3:17:47 h ins Ziel einlief und Gesamt-Neunter wurde. Ein Altersklassenplatz bekam ich auch mit dem 2. Rang, für den es nichts gab, bzw. verpaßte ich die Siegerehrung, ich hätte vermutlich von Brooks Socken oder ähnliches bekommen, schiß aber drauf. Ich holte mir eine Massage ab, wobei heftig Härte in der Tiefe der Beine saß. Ein nicht für möglich gehaltener Kraftaufwand, der sich lohnte und ich befürchte, dass sich diese Zeit kaum noch toppen läßt, es sei denn ich trainiere mal vernünftigJNun bin ich echt gespannt, was das auf Helgoland gibt. Den Druck habe ich mir nun selbst unerrreichbar hoch gesetzt..

Aber es zeigte sich: Setze ich mich nicht unter Druck und gehen mit dem Vorhaben als Zugläufer in langsamen Tempo an, zu laufen, kommt etwas Besseres bei herum, vieeel besser.

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Author: runningmanblog

Ich bin Christoph, 39 Jahre alt (Baujahr 1977),bin über den Fußball früher in der Jugend an den Sport gekommen, habe nach einen Unfall mit Halbseitenlähmung 1998 den Kampf mit mir selbst aufgenommen und in der Reha gesagt:"Wenn ich jemals wieder laufen kann(was man damals noch nicht wußte...),mache ich etwas , was nicht jeder macht:Ich laufe (einen)Marathon. -nunja, das ist jetzt fast 20 Jahre her,wettkampfmäßig liegen 30 Marathons hinter mir, viel Trainingsdistanzen über Marathon, einige Ultras, ein 24 Std. Lauf, unzählige Halbmarathonläufe und Stadtläufe über 10 km,aber eins ist das Schöne am Laufen :Man hat immerwieder Ziele und wird rastlos,kommt nie zur Ruhe.Wie sagte der Welttorhüter Oli Kahn damals ,als er die "last-minute Meisterschaft 2001 in Hamburg gewann?: Du mußt weitermachen-immer weitermachen,denn es geht noch höher,noch weiter". Irgendwann war er Weltcupsieger,Weltmeister und gewann die Champions-League. Ungut,meine Ansprüche sind nicht so hoch, aber der Ehrgeiz ist ähnlich wie bei Oli Kahn,auch die Verbissenheit, aber das wir in den Berichten, die ich nach diesem Eintrag erst beginne zu schreiben,noch deutlich. Beruflich führt mich mein Weg durch den Gartenbau,ein manchmal nerviges Geschäft,nicht umsonst habe ich versucht, dich Zusatzausbildungen (Lauftrainer,Personal-Trainer usw.) ein Standbein in dem Bereich aufzubauen,wobei mir das Erreichen der eigenen Ziele aber erstmal ganz obenan steht. Ihr werdet im Lauf der Berichte, die ich nach und nach aus der Schublade hole, erfahren, was so alles in mir vorgeht, welche Denkweisen , Erfahrungen mich zu welchen Entscheidungen lenkten. Natürlich kommt an der ein oder anderen Stelle auch mal Privates zutage,so dass es im weitesten Sinne eine Lebensgeschichte wird...

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