Stockholm-Marathon 04.06.2016 (Kurzurlaub)

Stockholmmarathon 2016(04.06.2016)
Die Terminierung so eng nach dem Helgolandmarathon, war etwas mehr als ungünstig, aber das war meiner Familie, von der ich den Startplatz mit Reise zu Weihnachten geschenkt bekam, nicht ganz geläufig, oder wurde mit dem Glauben „Das schafft der schon“ hingenommen. Nunja, ich bin in der Bringschuld…
Laufen ist etwas Wunderbares, der Sport braucht nicht viel Zubehör und man kann ihn überall betreiben. Man ist mit der Zeit uns sich alleine, hat viele Möglichkeiten, die Gedanken schweifen zu lassen, Probleme zu lösen, neue Ideen zu kreieren usw. usf.

Dass Helgoland für mich nicht gerade DER Kracher war, wie bekannt ist, aber eine neue, unbekannte Strecke ermöglicht es mir, ganz ohne Druck da ranzugehen, also starte ich frei weg. Ich kann mir nur selbst im Weg stehen. Mittlerweile ist Marathon alltäglich und doch kribbelt es immer wieder, wenn man diese gewaltige Streckenlänge vor sich hat und der Countdown zum Startschuss fällt. Der Kopf ist leer, man hört auf zu denken, und rennt einfach los. Auf den ersten km entscheidet sich dann, wie das Rennen abläuft und wenn man sein Tempo gefunden hat, schaltet sich der Kopf wieder ein und peitscht einen an, wenn es nicht mehr geht. Meist klappt das auch, aber es gibt, wie kürzlich festgestellt, noch Witterungsfaktoren, die alles blockieren lassen und man schafft es nicht mehr so wie man möchte…

Die Tage vor einem Lauf im Ausland wird meist mit einen vollgestopften Kulturprogramm zugebracht, wo ohnehin schon sehr viel gelaufen wird. Meine beruflich weitgerreiste und englischsprachig sehr versierte Lebensgefährtin macht es mir einfach, mein rudimentären Englischkenntnisse nicht mühsam ausgraben zu müssen… Bei ihr macht es sich vorteilhaft, wenn man jahrelang in Australien und England, sowie Asien und Afrika gelebt hat und in Amerika Urlaub machte…
Stockholm besteht aus 30 Inseln, 50 Brücken, („Venedig des Nordens“)die irgendwie alle miteinander verbunden sind, und wenn es nur Fährverbindungen sind, die einen von A nach B bringen. Bemerkenswert ist nicht nur das durchaus ansprechende Äußere der Bewohner Schwedens und damit meine ich nicht nur die Damen (die ein Augenschmaus sind…),nein auch die Herren der Schöpfung wirken sehr gepflegt und modisch ansprechend. Nicht umsonst wird die Stadt als „Grünes Herz Europas“ bezeichnet, ist sie doch durch großflächige Grünanlagen wesentlich angenehmer zu ertragen, als manche deutsche Großstadt, in der es wesentlich lauter und verdreckter zugeht.Alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre. Sehenswert sicherlich das WASA-Museum, das Junibacken, wo ein ganzes aufwendig gestaltetes Gebäude die Geschichten Astrid Lindgrens erzählt und man Teile seiner eigenen Kindheit wiederfindet.
Sehr angenehm in dieser Stadt, die am Wasser liegt ist, dass immer etwas Wind weht, was bei den Temperaturen heuer um 25 Grad sehr angenehm war. Das Schwedische Volk erweist sich als sehr sportlich und sehr naturverwunden, zumindest konnte man in den Mittagspausen und nach Feierabend immer Leute ausmachen, die entweder liefen, in Parks ihre Übungen machten, oder einfach nur den Sommer genossen. Die Sonne trug ihren Teil an den überfüllten Grünanlagen bei und man konnte den Eindruck gewinnen, das die ganze Stadt irgendwie in deutscher Hand ist.
Die Marathonveranstaltung trägt dazu bei, dass viele Gäste aus dem nahen und fernen Ausland angereist sind.
Am Veranstaltungstag selbst war es zu meinem Unwillen wieder sonnig, aber auch sehr windig, bei ca. 20 Grad. Der recht späte Start um 12.00 Mittags ist nicht gerade vorteilhaft bei dem Wetter, aber lädt doch zum Ausschlafen ein, auch wenn es um 03.00 h schon beginnt, hell zu werden, was den eigenen Körperrhythmus etwas durcheinander bringt… Unser Hotel im Süden der Stadt war fast voll ausgebucht mit Sportlern und ihren Angehörigen. In gutem Glauben, das gibt heute etwas fuhren wir zum Start. Mein Startbereich war recht weit vorne, dadurch dass ich mit meiner letztjährigen Rekordzeit von 3:26 h gemeldet war und befand mich nur kurz hinter den Topläufern befand, an die ich aber mit meinem Alter nicht mehr rankommen werde… Da habe ich wohl etwas gepennt:-(
Wir kamen mittags am Stadion an, wo man seine Kleiderbeutel abgeben mußte, es war mehr als warm und die Hauptstrasse am Olympiastadion kurz oberhalb war schon voll mit Läufern ,so weit das Auge reichte, es war für mich als „kleiner Fisch“ ein überwältigendes Bild, das mich so schwer beeindruckte und mir doch naheging, so etwas Großes endlich einmal zu erleben. Gemeldet waren ca. 20000 Läufer und ich würde mich glücklich schätzen unter die ersten 4000 zu kommen, kenne ich doch das Niveau dieser Läufer nur aus dem Fernsehen her. Da fand ich mich nun wieder inmitten dieser „ laufenden Kleinstadt“, Stückweise wurde die Strecke bis zur Startlinie freigegeben und man durfte etappenweise um 10m jeweils vorrücken. Ganz vereinzelt traf ich mal einen Deutschen, mit dem man einige Worte wechsele, aber ein Gros der Masse bestand aus Skandinaviern. Aber auch Teilnehmer aus den USA, Afrika sowieso(engagierte Topläufer), Australien waren zugegen. Ich war überwältigt und finde auch nicht die richtigen Worte, das gut zu beschreiben, dass es einer versteht, der nicht dabei war. Stockholm ist schon recht profiliert und gespickt mit ekligen Steigungen, aber wenn man sich sein Rennen gut einteilt, kommt man gut voran,
Dass ich zuletzt vor 2 Wochen auf Helgoland die Sache zu couragiert anging, hatte ich gelernt, also nahm ich Tempo raus, hatte meine Technik so eingerichtet, dass ich wußte, ob ich im Zieltempo laufe, oder zu langsam bin. Die „zähe Masse „ an Läufer zog sich durch die Straßen Stockholms. Die Strecke führt über Brücken vorbei an Museen, Palästen, Grünanlagen und man sollte sich Zeit nehmen, diese Art Läufe zu genießen. Da hat mein Ehrgeiz etwas dagegen, der WILL endlich ins Olympiastadion einlaufen. Es bereitete mir schon mächtig Probleme unter so vielen Menschen meinen Schritt zugehen, zumal parkenden Autos ausgewichen werden mußte, hunderten vom Getränkebechern, die an jedem Getränkestand rumlagen, aber von Helfern im Eiltempo von der Strecke gefegt wurden. Aufgrund der Temperaturen hatte man äußerst angenehme Möglichkeiten geschaffen sich abzukühlen, in dem auf der Strecke einige Duschen aufgestellt waren. Es brauchte sage und schreibe 17-18km, ehe sich das Feld so auseinanderzog, dass man vernünftig freier laufen konnte und dann konnte ich endlich Tempo machen und mich etappenweise durch die Masse nach vorne buddeln. Bei km 25 lag ich mit 2 h voll im Soll, wie schon auf Helgoland… Jetzt nur nicht den Faden verlieren. An 2 Stellen gab es giftige Steigungen und auf der letzten Runde zogen sich die Kilometer wie Gummi und da greift der Kopf ins Geschehen ein, der einem signalisiert. „Du willst ins Stadioneinlaufen, also beweg Dich“…
Sonderbar, dass die Schweden einen Marathon gar nicht so enthusiastisch sehen: Sie stehen zu Tausenden am Straßenrand, hier und da mal eine Sambatruppe, aber kein frenetisches Anfeuern, wie es teilweise in Deutschland der Fall ist. Schade, aber man überlebt es, ist für mich auch nicht wichtig. Am Ende folgte aufgrund der zähen Strecke und der nun beginnenden fehlenden Kraft ein kleiner Einbruch und ich verlor einige Plätze. Der emotionalste Moment nach meinem allersten Zieleinlauf 2004 in Köln stand bevor und sollte für die Nachwelt festgehalten werden.(Auf FB zu sehen…) : Der Einlauf ins Stockholmer Olympiastadion entschädigte für die vergangenen mehr als 3 Std. und ich war vor Ergriffenheit und Begeisterung ein Stück weit den Tränen nahe. So etwas haut einen echt um und man genießt nochmal die letzten Meter, ist überwältigt von dem, was da nach 42km vor einem liegt und schon wieder fehlen mir die Worte, das eindrucksvoll zu beschreiben. Ich glaube, wer schonmal in New York oder einen anderen großen Marathon in der Welt gelaufen ist, weiß wovon ich rede. Das ist Faszination pur, DAS IST MARATHON, verdammte scheiße….:-)))Das ist der Lohn für Arbeit an sich selbst, Lohn für die vielen Stunden Training und es erscheint einem als das Größte, was einem vorkommt.
Mit einer Zeit von 3:26:10 h machte ich die „Schmach von Helgoland“ (2 Wochen zuvor) vergessen, hatte meine zweitbeste Marathonzeit auf meinem 2. internationalen Marathon geholt und bekam eine Medaille im Ziel, die ebenfalls alles Bisherige übersteigt. Ich wurde von knapp 17500 Finstern 1471. und mit AK-Platz 713 von 9482 fand ich mich erstaunlich weit vorne wieder.
Die Organisation und Nachsorge für die Läufer ist einmalig und sucht seinesgleichen. Egal, ob manch einer vor Abgeschlagenheit die Treppen direkt nach den Ziel zur Kleiderbeutelausgabe auf dem Hintern sitzend runterrobbt, oder gleich rückwärts runtergeht, jeder bekommt ein großes Verpflegungspaket. Dass dieses Jahr der Streckenrekord von einem Kenianer gebrochen wurde, der nach 2:10 h ins Ziel kam, sprach sich schnell herum und besonders die Veranstalter freuten sich, immer näher an die Weltspitze mit ihrem Marathon zu rücken.

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Gedanken(16.07.2016)

So,nun nehme ich also den 3:10 h Trainingsplan zum Kölnmarathon in Angriff. Der Blog ist zwar noch nicht mit dem Lauf “geschmückt”, aber in Kürze reiche ich Königsforst nach, wo ich sensationell eine unerwartete 3:17 h erreichte und danach Großes vorhatte, was mit Helgoland (kommt auch noch in Kürze) etwas schief ging, aber das war ich selbst in Schuld!. Für Köln ist eine 3:10 h eigentlich meine Erwartung, daher lieber auf 3:00 h trainieren.

Am Dienstag absolvierte ich meinen ersten Tag des Trainingsplans mit Intervallen zu 7x800m im heimischen Stadion und es klappte in Zeiten von 2:55 min bis zu 3:09 kontinuierlich gut. Gestern (Freitag) war ein Zügiger Dauerlauf von 90min. in Tempo 4:30-5:00 angesagt.  Es klappte mit 4:52 auch im Rahmen,genau das Tempo vom Helgolandmarathon 2015,bei dem ich erstmals unter 3:30 landete.

Heute 50 min. Regeneration, bei dem langsamen Tempo (6-6:30) merke ich, dass ich Schmerzen im Unterbauch /hin zur Leiste bekomme,was auch vor dem 24 h Lauf schon der Fall war. In der Sportklinik Hellersen ließ ich das untersuchen und tatsächlich ist die Oberschenkelkugel in der Hüfte schon fast auf Grund gerieben (Ich spielte früher viel Fußball ),da ich in jungen Jahren zu extensiv Sport trieb. Ich nahm mir vor,diese 50 min. genau abzuspulen und danach genüßlich Auszug gehen. Ich werde nicht mehr gegen den Schmerz anlaufen. In der Zeit, wie ich Physiotherapie lernte habe ich die Anatomie zwar sehr intensiv gelernt, aber um jetzt jeden Muskel ,jeden kochen noch mit Namen benennen zu können, dazu ist das mit 14  Jahren schon zu lange her.Lediglich Fetzen sind übriggeblieben und wurden zwischendurch in den Trainerausbildungen kurzzeitig aufgefrischt.

Es stellte sich die Frage,während ich beim Laufen rechnete,wie der 100km Lauf zu knacken sei, ob das noch alles gesund ist, was wir Läufer machen…Ist laufen Spaß, oder “Pflichterfüllung” fem Körper gegenüber, um ein sportliches Ideal zu halten/anzueignen? Am Rande der Runnersnight in Köln sprach ich Prof Ingo Froböse auf Ultras und 24 h Läufe an,was er als Mediziner davon hält und er hatte eine sehr abgeneigte Haltung gegenüber sowas: Einmal im Leben kann man das machen, aber auf Dauer schädigt es den Bewegungsapparat.

Ich möchte das nicht umkommentiert stehenlassen und meine eigene Erfahrung einbringen :Bevor ich nach Delmenhorst fuhr, um 24 h totzuschlagen, habe ich ein mulmiges Gefühl gehabt, ob das wirklich spurlos an mir vorüber geht. JETZT kann ich sagen: Ist es nicht, ich habe seit dem Umsteigen auf Ultras an Tempo verloren, bin nicht mehr so beweglich,auch wenn ich immerwieder Gymnastik mache und will dennoch versuchen, so nah ,wie eben möglich an die 3 h beim Marathon zu kommen. Dann kann ich mich zurücklehnen und mich zu denen zählen, die gelassener und nicht mehr so ambitioniert laufen. Dann macht laufen Spaß, aber man muß sich schon entscheiden:Will man auf Tempo und Rekorde gehen,wie ich (bis jetzt?),oder möchte man die Natur und das Alleinsein genießen, dafür aber auch langsamer sein?

Für mich war Laufen kein “Spaß”, ich bin auf der Jagd von PB zu PB dermaßen verbissen rangegangen, dass es einfach ein Kampf mit manchem Schweinehund war und weitab vom Faktor Spaß. Das ist das letzte Jahr meiner Klasse in der M35 und da möchte ich zumindest die restlichen Wettkämpfe nochmal einiges raushauen, was möglich ist.Wenn es nach mir geht, traue ich mir momentan auch keine kurzen schnellen Strecken bis HM zu,ich würde kraftlos werden. Bin gespannt, ob ich alle Einheiten des Plans durchstehen kann,zumal dazwischen noch der 100er im August kreuzt. Aber  ich lächle über die Fragen  wie “Hast Du kein Auto?” Mag sein, dass ich zu denen gehöre, die sich selbst beweisen müssen, unbedingt etwas erreichen zu wollen. Aber ich habe im Grunde schon jetzt sauviel erreicht, wenn man bedenkt, dass ich nach der Halbseitenlähmung vor 18 Jahren komplett neu laufen lernen mußte. Ich hätte mich genausogut hängenlassen können und wäre ein Pflegefall in anderem Sinne geworden. von daher bin ich schon ganz zufrieden,kämpfe aber immer noch gerne einen fairen Kampf gegen den Schweinehund. Mein Wille ist jedenfalls ungebrochen..

Kölnpfad 171km (09.10.07.2016

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Kölnpfad 09./10.07. 2016 Staffellauf über 171km um Köln auf einem Wanderweg

Die Idee hierzu kam mir durch eine Empfehlung und ich wurde neugierig. Im Vorfeld wurden einige Kenlerntrainings angeboten und es ist schon seltsam, sich an Wanderkennzeichnungen orientieren zu müssen, um den Weg zu finden. Schnell waren iInteressierte gefunden, die mit mir zusammen eine Staffel laufen und der Name rekrutierte sich aus der Gruppe der Mitglieder (Runtastic hoch 5 ) Fünf Etappen waren zu laufen, fünf Personen. Doch häppchenweise sprangen Mitglieder ab,weil sie keine Lust mir hatten, laufen waren irgendwelche Kinder krank usw. usf. Mann hat mir das gestunken, im buchstäblich letzten Moment waren 2 Helferinnen gefunden,beide älteren Datums, aber läuferisch fit,keine Frage. Ich war erster der Staffel und die anderen erklärten sich bereit, jeweils 2 Etappen zu laufen. Wenn das mal nicht in die Hose geht und die Gesundheit leidet,dachte ich nur. Alles nur, weil eine Köppe keine Lust hatten, oder sich wortlos verpißten… unmöglich sowas! Die Zeit rückte näher, die Tracks wurden per GPX an die Teilnehmer weitergegeben. Mein ursprüngliches Ziel ,die 171km in 16 h mit 5 Personen zu schaffen, konnte ich nun begraben.Wir stellten mit nur 3 Läufern die teilnehmerärmste Staffel,aber nicht die Langsamste!!!!!

Am Ta X fuhr ich früh zum Start an einen Waldrand in Dünnwald, (Kölner Nord-Osten)„Ein Türke, ein Grieche und ein Deutscher laufen zusammen in den Wald.“- Was anfängt, wie ein typischer Kneipenwitz war am Samstag Morgen bei schwül warmen, später heißem Wetter der Auftakt zum Kölnpfad, einem „Rennen“ auf dem von Eifel Wanderverein gekennzeichneten 171km langen Weg rund um Köln.
Zu diesem außergewöhnlichen Lauf traten 15 Staffeln an, knapp 80 Einzelläufer. Für die Strecke haben die Einzelläufer 32 h Zeit und die Staffeln 25 h. Aufgrund Verletzungssorgen durch die vielen Läufe der vergangenen 6 Wochen mit 5,5 Marathondistanzen, beließ ich es bei der ersten Etappe, wo ich mit meinen Ultrakumpanen(Sokrates und Ahmet) aus Köln viel Spaß hatte und –trotz der Witterung- bis zum Staffelwechsel nach 35 km einen guten Vorsprung rauslief. (ca. 2 h) gegenüber der letzten Staffel. Meine Wade fing bei km 18km an zu schmerzen, die Achillessehne wurde knüppelhart und unbeweglich,eine fette Entzündung, die den Rest des Tages ein Laufen recht unmöglich machte,bzw nur langsam möglich machteDie Sonne brannte mittlerweile und Monika, meine nächste Staffelläuferin ,eine Ultraläuferin aus Köln mußte sich auf gleich 2 Etappen machen.(ca. 80km),bevor sie an Läuferin Nr. 3 ,Beate übergab. Über Internet war das „tracking“ der Läufer möglich. Somit war es mir möglich, meine Staffelläuferin Monika im Klettenbergpark abzufangen und mit Getränk und Gummibärchen zu versorgen Die Hitze an diesem Tag setzte jedoch dermaßen zu, dass sie den sicher geglaubten 2. Platz bis Köln –Weiß verlor und Tempo aus ihrem couragierten Rennen rausnahm. Pro Etappe wurden grob 4 h veranschlagt, so dass wir-ohne frische Läufer an 2 Wechselstellen dennoch innerhalb 20 h das Ding reißen müßten?! Der Gewinner bei den Einzelläufer haute das Ding in 18h 21 min. weg, wobei gesagt werden muß, dass die Einzelläufer um 0.00 starteten und die Staffeln um 08.00 h. Monika brauchte schon länger als vermutet und wurde von diversen Staffeln überholt und übergab fast planmäßig an Beate, für die dann die Nachtschicht begann. Sie hatte gottlob in den Wäldern Bensbergs Unterstützung von einer Freundin und noch einem Läufer, wie ich nächsten Tag erfuhr.Es gab mittags um 12 h am Sonntag die Pastaparty und Siegerehrungen.Die Stärkste Staffel hatte irgendetwas um 16 h auf der Uhr.
Nun habe ich auch Pause, werde aber bald mit meinem Training beginnen für die 3:10 h im Oktober beim „Großen“ in Köln,mache zwischendurch nochmal in Leipzig die 100 km auf Zeit, werde danach bestimmt wieder tot sein und Probleme wie nach Delmenhorst haben, aber ich habe das Ziel und werde es erreichen!!!
Der Mensch kann ja schon irre sein… Aber ich muß mir wirklich mal überlegen, was ich möchte: Marathon auf Zeit, oder Ultra??? Ich bin da hin und hergerissen. Gesünder ist auf jeden Fall Marathon. Ich würde so gerne nah an der 3 h -Marke kratzen und dann in Ruhe übergehen zur Ultralauferei,wobei mir Stundenläufe eher liegen,als Trails,denke ich?! Ich bin Teerläufer,brauche Beton, harten Boden.

Die erste Intervalleinheit nach dem Wochenende knallte ich ganz gut weg 7x800m in jeweils 2:55-3:10 min. und dann ab FR 3 Tage nochmal. Es sind 5 Trainingstage über 12 Wochen angesetzt,wenn ich das packe fühle ich mich geil. Stolz auf das bis hierhin Geleistete in diesem Jahr bin ich auf alle Fälle!

Helgolandmarathon (21.05.2016)oder :Gewonnen und doch verloren

Helgolandmarathon 2016 oder „gewonnen und doch verloren“ (im 12. Spiel auf Helgoland die erste Niederlage)
In diesem Jahr war die Vorbereitung bis hier hin der vollkommene Gegensatz zum letzten Jahr: Durch das Reinschnuppern in die Ultraläuferszene,wurden von Januar bis Mai ca. 1300km absolviert und die kurzen schnellen Intervalle etwas vernachlässigt.Mein Jahresziel (Halbmarathon unter 1:30 h und Marathon unter 3:20) wurde bereits im Februar/März schon geschafft(1:27 h und 3:17 h),so dass ich eigentlich ohne Druck an die Nordsee reisen konnte, wenn da nicht der Ehrgeiz wäre, auch hier die Zeit vom Vorjahr (3:26 h) zu knacken und unter die Top 10 (Vorjahr 15.)zu kommen. Ich nehme da gerne Ex-Fußball-Nationaltorwart Oli Kahn zum Vorbild („ Du mußt weitermachen,immer weitermachen, es geht immer höher,immer besser!“)Das Zitat ist jedes Jahr Grund genug,mich zu Höherem (Schnellerem )zu motivieren und auch die Ziele ins Unermeßliche zu steigern.So steht,durch die Bekannten im Ultra-Kreis auch ein Lauf über 100km auf dem Plan und beim Training darauf absolvierte ich dieses Jahr schon so manchen 50km Trainingslauf-mal eben…. Liegt es daran, dass ich mit meiner Großmutter, die ich 2 Tage nach dem persönlichen „Lebensziel“von unter 3:30 h zu kommen, verstarb,auf einmal andere Seiten des Lebens kennenlernte und jeden Lauf dazu nutzte, die Trauer zu verarbeiten und mich durch den Sport abzulenken, ich weiß es nicht, aber irgendwie scheint da etwas dran zu sein…

Auch in diesem Jahr reiste ich wieder Donnerstag in der Früh nach Helgoland an,um mit den Klimabedingungen schonmal klarzukommen und zu akklimatisieren . Da ich dieses Jahr zum 12. mal hier starte, gelte ich als gern gesehener Stammgast und die Organisation bat mich ,dass ich das Briefing durchführen sollte. Diesem Wunsch kam ich gerne nach und so wurde den Interessierten die Strecke genauer erläutern, wo Gefahren lauern, wo VPs (Verpflegungspunkte!) stehen und was es zu beachten gibt.
Am Abend vorher gibt es für als Teilnehmer bei dieser sehr familiären Veranstaltung eine große Pataparty in der Jugendherberge, wo ich auch immer unterkomme.Da werden bei einem Abendessen schonmal 3-5 Gänge „zelebriert“ , um die Kohlenhydratspeicher gut aufzufüllen und somit den ggfs. eintretenden Leistungseinbruch weit rauszuzögern.Dafür zuständig ist natürlich auch der Trainingszustand.Ich bin jetzt bei meinem 34. offiziellen Marathon und der ca. 45.. Marathonstrecke,die ich laufe, aber dieser einzige Hochseemarathon der Welt ist immerwieder etwas Besonderes: Jedes Jahr bekannte Gesichter, Teilnehmer von Minimarathon für die Jugend bis hin zu über 75 jährigen Läufern.
3 Std. vor dem Start ,um 06.00 h ist Aufstehenszeit, frühstücken,so das man die restliche Zeit zum Ruhen und zur mentalen Vorbereitung nutzt. Ich bin da sehr eingefahren in diesen Dingen und für mich zählt der Kopf beim Laufen; er ist der stärkste Muskel beim Laufen! Um Punkt 09.00 ertönt eine Schiffssirene als Startsignal und dann werden fünf Runden über die Insel absolviert, wobei in jeder Runde die Steigung zum Oberland und Abstieg ins Unterland zu absolvieren sind.In der Summe kommt man auf den 42km auf ca. 350 Höhenmeter. Ein paar Zahlen als Durchgangszeit halte ich immer parat, um zu wissen, ob ich das Ziel erreiche. Dass ich meist zu schnell angehe, mache ich seit dem ersten Marathon 2004, aber seither habe ich gelernt, mir Kräfte einzuteilen und als „Doping“ sind immer Datteln in der Tasche, die schneller Energie zuführen,als z.B. Bananen,die erst wirken,wenn man meist unter der Dusche steht.
Ich schreibe diesen Artikel bewußt ausführlich, damit Außenstehende einen kleinen Einblick in den Sport bekommen,weil ich immerwieder gefragt werde, wie ein Ablauf einer solchen Veranstaltung aussieht und wie man sich auf die Belastung vorbereitet.
Eine spezielle Marathonvorbereitung geht für geübte Läufer intensiv über 12 Wochen vor Veranstaltung und beinhaltet mind. 3 Trainingseinheiten pro Woche .Mein Plan wurde aufgrund der sehr hohen persönlichen Ziele auf 5 Einheiten in der Woche erweitert,weswegen auch der hohe Kilometerumfang zustande kommt(ca. 80-100km/Woche)
2 Wochen vorher absolvierte ich am Rande der Eifel noch einen 10km Wettkampf, der für mich der Letzte vor Helgoland sein sollte. Eine angenehm bewaldete Strecke bei sommerlichen Temperaturen um 27 Grad und ich „haute“ nochmal alles raus, aber wieder nichts mit der 40 Minuten Schwelle, die zu unterbieten, ich kam nach 40:38 ins Ziel.Verärgert war ich nur, dass ich bei einer Platzierung als Gesamtneunter nichtmal in meiner Altersklasse einen Treppchenplatz erreichte, aber freute mich ,wiedermal eine persönliche Bestzeit gelaufen zu sein.Das macht die gesunde Ernährung und dass ich seit 2 Jahren keinen Alkohol mehr trank. Ein Versprechen, das ich an dieser Stelle schonmal publik machen möchte: Wenn es mir jemals gelingt, einen Marathon unter 3 h zu erreichen, höre ich auf mit dem Leistungssport und werde mich den Ultraläufen über Mehrstundenläufen und Überdistanzen(ab 50km) hingeben. In diesem Bereich gibt es so viele Ziele,die es lohnt, zu erreichen. Ein Beispiel ist die „TortourdeRuhr“ über 230km,bzw. den „Bambinilauf“ über 100km..
Es klingt überheblich, aber ich bin mir sicher, dass Marathon für jeden, er gesundheitlich in der Lage ist, machbar ist,aber läuft man zuviel Marathons, kehrt Langeweile ein und man will immer höher- immer weiter!!! Nun bin ich also am Scheideweg und kann nach der Generalprobe auf 10km gelesen auf die Insel fahren.Mich kann eigentlich nur das Wetter aufhalten, bei diesem wichtigsten Lauf eines jeden Frühjahres!
Bei meiner Anreise kam es mir vor,als wäre ich im Urlaub: Sonne ,20 Grad, windstille,einladend warm, um mal ins Meer zu gehen. Dass es mit ca. gefühlten 10 Grad Wassertemperatur recht kalt wurde, merkte ich erst, als ich mich wie beim Neujahrsschwimmen einfach reinschmiß. Ich genoß im Folgenden die Sonne und merkte irgendwie ein leichtes Übertraining in den Beinen und befürchtete schon Schlimmes für Samstag. Es wurden abends nur noch Dinge vorbereitet, die die Organisation der VPs betraf und durch Zufall erhielt ich die gleiche Startnummer, die ich schon im Vorjahr hatte. Positiv- und Negativomen brachten meine Stimmung durcheinander und dazu das Luxusproblem:Welche der 3 Paar Schuhe ziehe ich beim Lauf an…? Im nächsten Leben werde ich eine Frau, da könnte es nicht komplizierter vom Denken her sein:-)
Tag zwei begann sehr windig und es stand ein Testlauf über eine Runde auf dem Plan, die bei leichtem Sprühregen absolviert wurde. Ab Mittag steckte ich etwas in der Organisation drin, durfte vor vielen Interessierten zweimal das Streckenbriefing abhalten. Etwas schauderte es mich vorm morgigen Wetter, wo 6 Windstärken angesagt sind und leichte Bewölkung .

Tatsächlich kam es aber ganz anders: Zum Schuhtest am Rennmorgen um 06.00 h war es strahlender Sonnenschein, fast Windstille und 14 Grad. „Das wird eine ganz heiße Kiste!“, dachte ich noch so und die Motivation stieg minütlich.
Dann war es soweit: 9: 15 h Start zu meinem 33. Wertungsmarathon,dem 3. letzten in diesem Jahr und meinem Wichtigsten. Mit dem Vorjahressieger ,der regelmäßig den Bremenmarathon gewinnt (Oliver Sebrantke) ging ich das Rennen für meine Verhältnisse zu beherzt an, aber wir konnten uns gut unterhalten, also lief alles richtig, dachte ich. Zu uns gesellten sich noch andere Topläufer, so dass wir über die erste von 5 Runden eine gute Führungsgruppe hatten,aber ich baute ab und nahm etwas „Schärfe“ raus, hielt mein Level auf 14km/h(+/-) und hatte die ersten 3 Runden nach 2 Std. absolviert. Ich freute mich, dass ich auf Kurs 3:20 war, alles ,wie im Vorfeld ausgerechnet… Jetzt noch 2 Runden zu je 40 Minuten und das Ding ist im Sack. Aber dann kam etwas, womit keiner der gesamten Läufergruppe rechnete. Aus dem zunächst noch böigen Wind, der einem im Oberland zu schaffen machte, wurde nichtmal mehr ein laues Lüftchen,die Luft stand und die Sonne verschwand hinter einer dünnen Wolkendecke, aber stach mit aller Gewalt zur Mittagsstunde auf das Eiland runter. Es war schwül und drückend. Das Tempo war nicht mehr zu halten, da die Kraft in der Muskulatur minütlich schwand. Ich legte seit langer Zeit bei einem Marathon wieder Gehpausen ein, weil schier gar nichts mehr ging, aber ich versuchte zu holen, was zu holen ist. Ich korrigierte meine Wunschzeit auf 3:30 h runter, aber es wurde unangenehmer denn je und das „Leiden der Läufer“ begann… Ich spürte Ohnmacht, aber war zu kaputt um aufzugeben. Ich weigere mich etwas abzubrechen, was ich begonnen habe, dadurch wird die Hemmschwelle im Kopf nur noch niedriger angesetzt, es wieder zu tun. Als ich in der letzten Runde merkte, das nichtmal das runtergeschraubte Ziel zu halten war, nahm ich mir Zeit, ordentlich zu essen und zu trinken und machte aus dem anfangs ambitionierten Vorhaben einen Genusslauf,was meinem Inneren mächtig widerstrebte, aber die Beine machten „dicht“. Schmerzen waren überhaupt nicht zu spüren, es war einfach nur Blockade durch Ermüdung und ich freute mich nur noch auf die Massage und das heiße Bad nach dem Lauf. Ich versuchte Schadensbegrenzug zu betreiben, indem ich versuchte, mich gegen vermeintliche Altersklassenkonkurrenten zu behaupten,konnte aber an der für mich peinlichen Zielzeit von 3:42:27 h auch nichts mehr ändern.Der Lauf war eine gefühlte Niederlage! Ein Tritt in den Allerwertesten!Scheiße!

Nun steht in 2 Wochen Stockholm auf dem Wettkampfplan und bis dahin werde ich weitere Ursachenforschung hinter mir haben und taktisch ein anders Rennen liefern.
Im Ziel beim Urkundendruck die Überraschung: Anhand der Ergebnislisten war auszumachen, dass das komplette Läuferfeld fast um eine Viertelstunde schlechter war, als im Vorjahr (ich selbst verzeichnete 16 min langsamer!) und auch der Vorjahressieger büßte 13 Minuten ein..Trotz dieser Zeit holte ich in meiner Altersklasse doch noch den zweiten Rang.(den Kampf gegen das Ich gewonnen(mentale Stärke!),aber mit der Zeit verloren…9Mit dem Glaspokal bei der Siegerehrung hatte ich doch noch etwas gefunden, was ich einem Jahr nach ihrem Tod, meiner Oma widmen konnte und das baute mich wieder etwas auf, auch wenn die Unzufriedenheit über die Zeit bleibt und es keiner der Bekannten verstehen konnte. Aber so bin ich.
In 4 Wochen ist ein Spendenlauf über 24 h für den geplanten Niedrigseil- Klettergarten für die Kohlbergschuhe Grundschule Kohlberg geplant. Hierzu sind alle eingeladen sich zu beteiligen und jeden Kilometer mit einer Summe X zu subventionieren. Der Nachweis erfolgt über die Urkunde, die dann die gelaufene Distanz Aufschluss gibt. Bitte nicht den Fehler machen und 3:42 h ^(=42km)linear hochrechnen,dann wäre ich selbst etwas überrascht, aber das Ziel sind 100km +X

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Stockholm-Marathon

Stockholmmarathon 2016(04.06.2016)

Die Terminierung so eng nach dem Helgolandmarathon, war etwas mehr als ungünstig, aber das war meiner Familie, von der ich den Startplatz mit Reise zu Weihnachten geschenkt bekam, nicht ganz geläufig, oder wurde mit dem Glauben „Das schafft der schon“ hingenommen. Nunja, ich bin in der Bringschuld…

Laufen ist etwas Wunderbares, der Sport braucht nicht viel Zubehör und man kann ihn überall betreiben. Man ist mit der Zeit uns sich alleine, hat viele Möglichkeiten, die Gedanken schweifen zu lassen, Probleme zu lösen, neue Ideen zu kreieren usw. usf.

 

Dass Helgoland für mich nicht gerade DER Kracher war, wie bekannt ist, aber eine neue, unbekannte Strecke ermöglicht es mir, ganz ohne Druck da ranzugehen, also starte ich frei weg. Ich kann mir nur selbst im Weg stehen. Mittlerweile ist Marathon alltäglich und doch kribbelt es immer wieder, wenn man diese gewaltige Streckenlänge vor sich hat und der Countdown zum Startschuss fällt. Der Kopf ist leer, man hört auf zu denken, und rennt einfach los. Auf den ersten km entscheidet sich dann, wie das Rennen abläuft und wenn man sein Tempo gefunden hat, schaltet sich der Kopf wieder ein und peitscht einen an, wenn es nicht mehr geht. Meist klappt das auch, aber es gibt, wie kürzlich festgestellt, noch Witterungsfaktoren, die alles blockieren lassen und man schafft es nicht mehr so wie man möchte…

 

Die Tage vor einem Lauf im Ausland wird meist mit einen vollgestopften Kulturprogramm zugebracht, wo ohnehin schon sehr viel gelaufen wird.

Stockholm besteht aus 30 Inseln, 50 Brücken, („Venedig des Nordens“)die irgendwie alle miteinander verbunden sind, und wenn es nur Fährverbindungen sind, die einen von A nach B bringen. Bemerkenswert ist nicht nur das durchaus ansprechende Äußere der Bewohner Schwedens und damit meine ich nicht nur die Damen (die ein Augenschmaus sind…),nein auch die Herren der Schöpfung wirken sehr gepflegt und modisch ansprechend.Das beeindruckt selbst mich,der kein Hemdträger ist..

Nicht umsonst wird die Stadt als „Grünes Herz Europas“ bezeichnet, ist sie doch durch großflächige Grünanlagen wesentlich angenehmer zu ertragen, als manche deutsche Großstadt, in der es wesentlich lauter und verdreckter zugeht.Alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre. Sehenswert sicherlich das WASA-Museum, das Junibacken, wo ein ganzes aufwendig gestaltetes Gebäude die Geschichten Astrid Lindgrens erzählt und man Teile seiner eigenen Kindheit wiederfindet.

Sehr angenehm in dieser Stadt, die am Wasser liegt ist, dass immer etwas Wind weht, was bei den Temperaturen heuer um 25 Grad sehr angenehm war. Das Schwedische Volk erweist sich als sehr sportlich und sehr naturverwunden, zumindest konnte man in den Mittagspausen und nach Feierabend immer Leute ausmachen, die entweder liefen, in Parks ihre Übungen machten, oder einfach nur den Sommer genossen. Die Sonne trug ihren Teil an den überfüllten Grünanlagen bei und man konnte den Eindruck gewinnen, das die ganze Stadt irgendwie in deutscher Hand ist.

Die Marathonveranstaltung trägt dazu bei, dass viele Gäste aus dem nahen und fernen Ausland angereist sind.

Am Veranstaltungstag selbst war es zu meinem Unwillen wieder sonnig, aber auch sehr windig, bei ca. 20 Grad. Der recht späte Start um 12.00 Mittags ist nicht gerade vorteilhaft bei dem Wetter, aber lädt doch zum Ausschlafen ein, auch wenn es um 03.00 h schon beginnt, hell zu werden, was den eigenen Körperrhythmus etwas durcheinander bringt… Unser Hotel im Süden der Stadt war fast voll ausgebucht mit Sportlern und ihren Angehörigen. In gutem Glauben, das gibt heute etwas fuhren wir zum Start. Mein Startbereich war recht weit vorne, dadurch dass ich mit meiner letztjährigen Rekordzeit von 3:26 h gemeldet war und befand mich nur kurz hinter den Topläufern befand, an die ich aber mit meinem Alter nicht mehr rankommen werde… Da habe ich wohl etwas gepennt:-(

Wir kamen mittags am Stadion an, wo man seine Kleiderbeutel abgeben mußte, es war mehr als warm und die Hauptstrasse am Olympiastadion kurz oberhalb war schon voll mit Läufern ,so weit das Auge reichte, es war für mich als „kleiner Fisch“ ein überwältigendes Bild, das mich so schwer beeindruckte und mir doch naheging, so etwas Großes endlich einmal zu erleben. Gemeldet waren ca. 20000 Läufer und ich würde mich glücklich schätzen unter die ersten 4000 zu kommen, kenne ich doch das Niveau dieser Läufer nur aus dem Fernsehen her. Da fand ich mich nun wieder inmitten dieser „ laufenden Kleinstadt“, Stückweise wurde die Strecke bis zur Startlinie freigegeben und man durfte etappenweise um 10m jeweils vorrücken. Ganz vereinzelt traf ich mal einen Deutschen, mit dem man einige Worte wechsele, aber ein Gros der Masse bestand aus Skandinaviern. Aber auch Teilnehmer aus den USA, Afrika sowieso(engagierte Topläufer), Australien waren zugegen. Ich war überwältigt und finde auch nicht die richtigen Worte, das gut zu beschreiben, dass es einer versteht, der nicht dabei war. Stockholm ist schon recht profiliert und gespickt mit ekligen Steigungen, aber wenn man sich sein Rennen gut einteilt, kommt man gut voran,

Dass ich zuletzt vor 2 Wochen auf Helgoland die Sache zu couragiert anging, hatte ich gelernt, also nahm ich Tempo raus, hatte meine Technik so eingerichtet, dass ich wußte, ob ich im Zieltempo laufe, oder zu langsam bin. Die „zähe Masse „ an Läufer zog sich durch die Straßen Stockholms. Die Strecke führt über Brücken vorbei an Museen, Palästen, Grünanlagen und man sollte sich Zeit nehmen, diese Art Läufe zu genießen. Da hat mein Ehrgeiz etwas dagegen, der WILL endlich ins Olympiastadion einlaufen. Es bereitete mir schon mächtig Probleme unter so vielen Menschen meinen Schritt zugehen, zumal parkenden Autos ausgewichen werden mußte, hunderten vom Getränkebechern, die an jedem Getränkestand rumlagen, aber von Helfern im Eiltempo von der Strecke gefegt wurden. Aufgrund der Temperaturen hatte man äußerst angenehme Möglichkeiten geschaffen sich abzukühlen, in dem auf der Strecke einige Duschen aufgestellt waren. Es brauchte sage und schreibe 17-18km, ehe sich das Feld so auseinanderzog, dass man vernünftig freier laufen konnte und dann konnte ich endlich Tempo machen und mich etappenweise durch die Masse nach vorne buddeln. Bei km 25 lag ich mit 2 h voll im Soll, wie schon auf Helgoland… Jetzt nur nicht den Faden verlieren. An 2 Stellen gab es giftige Steigungen und auf der letzten Runde zogen sich die Kilometer wie Gummi und da greift der Kopf ins Geschehen ein, der einem signalisiert. „Du willst ins Stadioneinlaufen, also beweg Dich“…

Sonderbar, dass die Schweden einen Marathon gar nicht so enthusiastisch sehen: Sie stehen zu Tausenden am Straßenrand, hier und da mal eine Sambatruppe, aber kein frenetisches Anfeuern, wie es teilweise in Deutschland der Fall ist. Schade, aber man überlebt es, ist für mich auch nicht wichtig. Am Ende folgte aufgrund der zähen Strecke und der nun beginnenden fehlenden Kraft ein kleiner Einbruch und ich verlor einige Plätze. Der emotionalste Moment nach meinem allersten Zieleinlauf 2004 in Köln stand bevor und sollte für die Nachwelt festgehalten werden.(Auf FB zu sehen…) : Der Einlauf ins Stockholmer Olympiastadion entschädigte für die vergangenen mehr als 3 Std. und ich war vor Ergriffenheit und Begeisterung ein Stück weit den Tränen nahe. So etwas haut einen echt um und man genießt nochmal die letzten Meter, ist überwältigt von dem, was da nach 42km vor einem liegt und schon wieder fehlen mir die Worte, das eindrucksvoll zu beschreiben. Ich glaube, wer schonmal in New York oder einen anderen großen Marathon in der Welt gelaufen ist, weiß wovon ich rede. Das ist Faszination pur, DAS IST MARATHON, verdammte scheiße….:-)))Das ist der Lohn für Arbeit an sich selbst, Lohn für die vielen Stunden Training und es erscheint einem als das Größte, was einem vorkommt.

Mit einer Zeit von 3:26:10 h machte ich die „Schmach von Helgoland“ (2 Wochen zuvor) vergessen, hatte meine zweitbeste Marathonzeit auf meinem 2. internationalen Marathon geholt und bekam eine Medaille im Ziel, die ebenfalls alles Bisherige übersteigt.(Ein richtig fetter Klumpen:-) ) Ich wurde von knapp 17500 Finstern 1471. und mit AK-Platz 713 von 9482 fand ich mich erstaunlich weit vorne wieder.

Die Organisation und Nachsorge für die Läufer ist einmalig und sucht seinesgleichen. Egal, ob manch einer vor Abgeschlagenheit die Treppen direkt nach den Ziel zur Kleiderbeutelausgabe auf dem Hintern sitzend runterrobbt, oder gleich rückwärts runtergeht, jeder bekommt ein großes Verpflegungspaket. Dass dieses Jahr der Streckenrekord von einem Kenianer gebrochen wurde, der nach 2:10 h ins Ziel kam, sprach sich schnell herum und besonders die Veranstalter freuten sich, immer näher an die Weltspitze mit ihrem Marathon zu rücken.

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24 h -Lauf Delmenhorst

24 h Lauf in Delmenhorst am 18./19.06.2016

24 h –Wahnsinn oder mit der Uhr „rund“ laufen… -Von Angst bist Zuviel des Guten…

3,5 Marathonläufe an einem Stück-„Krieg zwischen Psyche und Körper“

Nachdem ich in den letzten Wochen schon reichlich viel, zuviel für meine Langstreckenseele machte (2 Marathonläufe in 14 Tagen; beide mit Zeitambitionen) stand nun, weitere 2 Wochen später, der als Spendenlauf ausgeschriebene 24 h Burginsellauf in Delmenhorst bei Bremen auf dem Plan. Im Grunde wollte ich ja nur einen geeigneten Trainingslauf für die 100km in Leipzig im August machen, fand aber nichts Passendes,also suchte ich mir nach langem Überlegen diesen 24 h Lauf raus.Es war zwar einfach mittel Mausklick,mich anzumelden, aber die “Kopfhürde” zu dieser Anmeldung war saumäßig hoch und so manches mal löschte ich die Anmeldung. Aber die Neugier siegte und ich tat es dann doch… Jetzt brachte ich Motivation und warum soll man so eine Veranstaltung nicht für einen guten Zweck nutzen?Ich rief einen Spendenlauf aus:Für den Förderkreis der Grundschule Kohlberg hatte ich meinen Einsatz zugesagt und im Internet, sowie in einem Zeitungsaufruf um rege Spendenbeteiligung gebeten.Spendenlauf -MZ(Flugblatt).jpg

Nachdem mir nach Stockholm ein wenig die Beine „durchhingen“ und ein Gefühl der Lauflustlosigkeit aufkam, wusste ich, dass ich im sog. „Übertraining“ war. Mein „Ultratrainer“ und Ansprechpartner für Langläufe Thomas Eller gab mir wertvolle Hinweise, wie ich an der 200km-Marke kratzen könnte.(„ Lauf keinen km schneller als 6:45 min., also ca. 8 km/h (Mein Wettkampftempo beträgt je nach Strecke um 4 -5 min.12-15 km/h) und versuche ohne Pause durchzukommen, iss und trink beim Laufen, das hast Du drauf“; „Gut und schön, dachte ich, aber zuhause esse ich auch nicht, während ich in der Wohnung umhertigere…,“ war mein Gedanke. Es war ein Zwiespalt der Gefühle, einerseits die Neugier vor unbekanntem Terrain, andererseits die Angst vor gesundheitlichen Schäden. Ich möchte läuferisch noch so viel erreichen „Dir ist dieses Jahr alles zuzutrauen“, waren sich alle rundherum einig! Also los, auf die nächste Reise : Ich, kann mich in Ruhe nach dem Kölnpfad über 171km (als Staffel) im Juli auf die 100 km in Leipzig (20.August) vorbereiten, die ich unter 10-11 h packen möchte. Da stoßen taktisch 2 Welten aufeinander: Für mich als Marathonläufer, der nur auf 42km trainiert(3:15-3:30 h), steht auf einmal das 2,5fache auf dem Plan und auf der anderen Seite das langsame aber kontinuierliche Langdistanzlaufen, bei dem die Zeit im Grunde egal ist. 24 h bleiben 24 h.. Ich hätte doch besser Mittelstrecke machen sollen?! Diese Ultraläufe mache ich auch nur, weil ich mit Thomas Eller einen erfahrenen Mehrtagesläufer an der Seite habe, für den z.B. die TTdR (Tortour de Ruhr(230km)) eine 28-30 h Sache ist und gewisse Ultratrails auf den Kanaren über 120km „Spielerei“ ist. Er meint auch: „Deine Uhr läuft auch 24 h im selben Tempo und rennt nicht eine Stunde schneller, damit sie ‚Pause machen kann, also kannst Du das auch!“

Die Tage vorher sammelte man über soziale Netzwerke „Leidensgenossen, die ebenfalls zum allerersten Mal über diese Zeit antraten und ich war beruhigt, da viele genauso die „Hosen gestrichen voll“ hatten, wie ich. Ja, ich hatte Schiss, das Rennen anzugehen, ich gebe es zu! Wie kann ich nur so bekloppt sein, fragte ich mich fortwährend. Aber ich habe durch den Beginn meiner Läuferkarriere, die nach einer Halbseitenlähmung vor knapp 20 Jahren begann(!!!) solch einen Ehrgeiz an den Tag gelegt und bislang jedes Ziel erreicht, dass gerade dieser medizinische Aspekt mich reizt: Was ist ein durchschnittlicher Läufer zu leisten imstande und wie belastbar ist der Mensch? Dass ich kein Joey Kelly bin und kein Dieter Baumannn, ist klar, aber was genau kann ICH mit meiner Veranlagung reißen??

Dieser Erstversuch über solch eine Zeitspanne bedeutete auch für einige meiner Läuferkollegen eine Premiere, bzw. fand man sich vor Ort zu einer „Familie“ zusammen, um diese Veranstaltung heil zu überstehen. Ständig machten wir uns im Netz gegenseitig verrückt, wie Hühner auf einen großen Haufen.

Die komplette Vorwoche wurde zur körperlichen und mentalen Vorbereitung genutzt und zu Gesprächen mit privaten Sponsoren, die der Grundschule Kohlberg einen kräftigen Schritt Richtung Niedrigseilgarten verhelfen wollen. Ich brauchte Ablenkung, man macht sich einfach verrückt. Was brauche ich, um 24h „online“ zu sein und via Runtastic verfolgbar zu sein? Akkus alle da und aufgeladen? Genügend Wechselklamotten. 3 Paar Schuhe, genug Socken… Ich hätte am liebsten meinen ganzen Hausstand mitgenommen…

Das wird ein sehr einschneidendes Erlebnis in meinem Leben, da bin ich mir jetzt im Vorfeld schon sicher.

Die Strecke ist gut 1,2km lang und wird immer im Kreis gelaufen. Zur Zeit der Voranmeldung waren knapp 160 Einzelstarter gemeldet, unzählige Mannschaften, sowie Schülerteams gemeldet. Es kann eigentlich nicht langweilig werden…

Es war Mittwoch vor dem Lauf: Auf einmal eine 180°-Wende in Sachen Stimmung: Sämtliche 24 h-„Jungfrauen“ waren sich einig, dass wir uns am Freitag vor dem Lauf treffen zusammen Zelte aufbauen und in die nahegelegene City gehen und eine Pastaparty machen. Auf einmal wurde aus der Angst eine fröhliche Stimmung , vergleichbar mit einem Musikfestival. Jeder bringt etwas mit und die Neulinge (also wir alle!) laufen munter drauflos und werden uns keineswegs unter Druck setzen, und versuchen, das bestmögliche Ergebnis rauszuholen. Am selben Tag bekam ich die ersten Spendenbeträge von der Sammelaktion in der Schule mitgeteilt und selbst das Kollegium der Lehrer legte nochmal kräftig zusammen. Von außen kommt durch Firmen und Privatpersonen nochmal dreistellige Summen zustande, und von einer Privatperson außerhalb stünden 400 Euro bei 150km auf dem Papier….Einerseits war ich stolz über den Stein, den ich ins Rollen brachte, andererseits bin ich jetzt in der Bringschuld und komme mir vor wie ein Fußballer vorm entscheidenden Elfmeter: Der Mut und die Bereitschaft sich diesem Druck zu stellen , macht mir doch zu schaffen. In keiner Sekunde lässt sich das ausblenden. Um gut vorbereitet zu sein, durchlief ich nochmal physiotherapeutische Einheiten, jetzt bloß keine Fehler mehr machen, ich übernehme mich noch früh genug…

Am Tag vor der Abfahrt (Donnerstag) kam dann doch wieder die Sinnfrage meines Handelns auf und ich muss mich wieder auf Wetterkapriolen gefasst machen, was natürlich nicht gerade zum Gelingen beiträgt. Ich weiß aber was ich kann und werde mir selbst ein Denkmal setzen. Anderer Gedankengang: Es gefällt mir so gut, das ich in 4 Wochen noch einen 24 er machen möchte… Möglich ist dasJ

Ein Bekannter aus der Nähe von Würzburg lief ebenfalls zum ersten Mal mit bei sowas und wir verabredeten uns , um uns dort kennenzulernen! Chris Buchner, ist ein eher langsamer Läufer im der AK50 und möchte das einfach nur „überleben“

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Last und Buchner in Delmenhorst am Vorabend des Laufes-

Am Freitag kam ich nachmittags in Delmenhorst an und stellte mein Zelt direkt n der Strecke ab. Die Orga dachte an alles: Ein Campingplatz mit fließend Wasser und Strom und so ließ man sich häuslich nieder. Es wurden viele „Ersttäter“ ausgemacht, die so ein ähnliches Ziel hatten wie ich und die , die schon Erfahrung hatten, rieten mir, viel zu Essen und zu trinken, denn in den 24 h werden mehr als 10-15.000 Kcal verbraten. Trinken sowieso!

Das komplette Gelände wurde zu einer riesigen Zeltstadt und es wirkte sehr gut durchorganisiert. Die ganze Aufregung verschwand zugunsten einer gelassenen Stimmung.. So kann das bleiben!!! Chris und ich richteten unsere Zelte in dem Lager auf, gingen die Strecke einmal ab unter Begleitung eines streckenkundigen Laufjunkies und suchten uns dann ein Lokal, wo wir 2 kleine Portionen Nudeln aßen (Die Bedienung wunderte sich, wie man so viel essen kann….:-) ) und etwas noch vor unseren Zelten saßen. Die Stimmung verhielt sich abwartend und der Zeit hilflos ausgesetzt, ändern können wir es eben nicht mehr, egal, was kommt. Nach außen hin ruhig und gelassen, aber innerlich wie ein kleines Kind vor der Bescherung zu Weihnachten.

Das hier ist der Einstieg in den Ultrazirkus!!! Auch wenn ich schon einige 50er gelaufen bin…

Die Nacht über hätte ich gerne das Zelt gegen ein gemütliches Bett getauscht, wo man nicht durch vorbeilaufende Leute wachgehalten worden wäre. Ich hatte also nicht sonderlich viel geschlafen und war eher in einem „wachen Schlafzustand“.

Morgens wurde reichlich Brot mit Honig gefrühstückt, andere futterten Nudelsalate, aber irgendwie hatten Zehn Läufer 12 Essgewohnheiten, kam mir so vor?!

Mittels Facebook hielt ich die Gedanken und das Erlebte beim Laufen fest. Mittags um 12.00 starteten 160 Einzelläufer zu 24 h „Masochismus“, sowie etliche Staffelläuferteams. Kollege Christian und meine Person wollten von Anfang an klar nach Taktik gehen, aber so langsam haben wir es nicht gelernt, zu laufen, so dass wir auf „Wohlfühltempo“ umstellten, ohne zu erahnen, was das für Problematiken mit sich bringen würde, aber dazu später… Zum Ziel,150 km zu laufen, hatte ich so recht schnell einen Zeitpolster von mehr als 2 Stunden erlaufen, während sich mein Begleiter auf die 100km als Ziel fixierte. Die Runde von 1,2 km konnte ich die ersten beiden Stunden noch im 5er /5:30er Schnitt laufen. Vieeel zu schnell und irre von mir. Der Marathon war nach 4:30 h gefallen! „Überleben“ war das Ziel und es gab Momente, wo das Ziel getrost mal infrage gestellt werden durfte und des öfteren die Frage aufkam, ob das noch gesund ist, was wir hier machen. Es war nach nicht ganz 6 h, als ein heftiger Gewitterschauer niederkam, der viele Läufer zu einer Zwangspause verhalf, während einzelne unbeirrt weiterliefen. Das waren aber auch diejenigen, die sich im weiteren Verlauf etliche Blasen unter den Füßen scheuerten. Ich aß während der Pause in einem Verpflegungszelt einen Pott Pasta. Dieser Gewitterschauer brachte einen Bruch ins Rennen aller Teilnehmer: Ein Altersklassenkonkurrent, der noch vor mir lag, kämpfte auch mit Blasen und insgeheim hoffte ich, dass er seine Position auf 1 noch an mich abgeben würde im Falle eines Ausstieges…

Das Pensum, was manche ableisteten, war beeindruckend: Sie schnurrten wie ein Automotor und lieferten ein sehr schnelles, gleichmäßiges Rennen ab.

Die Verpflegung und das habe ich in der gut organiserten Art und Weise bei noch keinem Lauf gesehen, ließ keine Wünsche offen. Es gab nichts, was es nicht gab.. Jeder lief seinen Stiefel und dadurch, dass so viele Läufer gestartet waren, war man nie alleine, was gerade wichtig war, als es in die Nacht ging. Jegliches Zeitgefühl hatte man verloren, man ist viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt…Bis zur Dunkelheit war ich 2. der Altersklasse und ohne Pokal gehe ich nicht aus der Nummer raus, nahm ich mir vor.

Wie lange wollte ich schon einmal 100km gelaufen sein?! Eine faszinierende Zahl unter Läufern und für „Normalsterbliche“ schier Unvorstellbar.

Es begann eine Zeitspane, über die gesagt wurde:“ Hier entscheidet sich das Rennen“, vermutlich weil viele Läufer schlafen gehen: Die Nacht!! Ich war so voll Adrenalin und Zielstrebigkeit, dass ich nicht einen Moment daran dachte, wich zur Ruhe zu begeben, sondern nach der Doppelmarathonmarke (84km ) schnell die 100km zu erreichen und nahm mir das Unterfangen für die Zeit bis 1.00 h nachts vor. Dass es bis halb 2 dauerte, verdanke ich der Witterung, die mich etwas lahmer werden ließ (strömender Regen), aber ich arbeitete mich regelrecht vor . Vom Gesamt 29. auf den 15. Rang zum Zeitpunkt 02.00 h.

Es war der Krieg zwischen Psyche und Körper!

Die Ehrenrunde mit der 100er Fahne war schon ein emotionaler Moment für mich,weil ich hierbei an meine Oma dachte, zu deren Lebzeiten ich zu gerne die 100km laufen wollte… Nun also nur noch 50 km und das Minimalziel ist erreicht. Ich weiß nicht, warum, aber in der Zeit von Mitternacht bis 02.00 h hatte ich meine stärkste Phase und ich konnte Tempo zulegen. Aber kaum, dass die 100km erreicht waren, schaltete der Kopf ab, denn es gab in dem Sinne nichts Größeres zu erreichen, da sich ein „Lebenstraum“ erfüllt hatte… Da wir ja fast Mittsommer haben, wurde es gegen 04.00h schonwieder hell, nachdem es in der Nacht nochmal kontinuierlich geregnet hatte. Zu meiner Überraschung fand ich mich auf einmal auf der Anzeigentafel auf dem ersten Rang der M35 wieder. Ich war irritiert, wie das sein konnte, nahm es aber gleich kämpferisch auf: Das gibst Du nicht mehr her“- und schon war das neue Ziel gegeben. Der Körper hatte sich soweit aufgegeben, dass er nur noch schnell marschieren konnte und pro Runde bis zu einer Viertelstunde brauchte, was anfangs innerhalb 7 min zu erledigen war…Kurios am Rande: Ein mutmaßlich Besoffener am Streckenrand feuerte uns Läufer an und auf Nachfragen, was er um die nachtschlsfende Zeit macht, erfuhren wir, dass er nachhause wollte. Warum er aber bis zum Sonnenaufgang blieb , sollte ein ungelöstes Rätsel bleiben. Er war einfach nervig und in jeder Runde begrüßten wir ihn mit „Wolltest Du nicht nachhhause??“

Jedenfalls ließ Ich ließ viel Zeit liegen, aber verlor das Vorhaben 150 nicht aus den Augen. Aber es gab einen hartnäckigen Verfolger, den ich auf Distanz halten wollte und beobachte die Entwicklung mit jeder Runde auf der Anzeigentafel neu.

Die Zeit rannte schneller als mir lieb war und ich gab mich mit dem Glauben zufrieden, 140 , mehr werden es nicht.. Der Kopf gab sich noch nicht geschlagen, der Körper aber signalisierte mir durch intensives Schmerzempfinden, dass er eigentlich nicht mehr kann. Immer wieder im Blick nach jeder Runde den Vorsprung auf den Zweitplatzierten, der gehalten werden konnte. Es war hell geworden und die Füße wurden nicht leichter, ich hangelte mich von km zu km und ein Helfer des Orgateam hielt mich auf dem Stand der Dinge, was den Vorsprung anging und solidarsierte sich mit mir, um mir den Sieg der AK zu sichern. Er „peitschte mich verbal „ mich von Meter zu Meter und begleitete mich („Komm, bis dahin laufen wir noch, dann kannste Pause machen und wir sehen, was der Zweite macht und wo ersteht. Das machte er aber nicht einmal, aus dem anfänglichen „Wir gehen „ bis dahin, summierten sich noch etliche Kilometer- und ich konnte nicht mehr, die Beine machten „dicht“, die Füße scheuerte wegen der Nässe und irgendwann kamen erste Wadenkrämpfe. Aber ich wollte in meinem ersten 24 h Lauf die Chance wahren, einen Altersklassensieg mitzunehmen. Erst als ich wirklich nicht mehr laufen konnte und ich genug Vorsprung hatte(rechnerisch), um die Führung über die Zeit zu retten. Ich hatte den Sieg der M35 mit 147km geschafft, wenngleich es am Ende mächtig knapp wurde… Christian Buchner drohte wegen eines komplett entzündeten Unterschenkels und einer dicken Schwellung von Ärzten in der Nacht bei km 80 aus dem Rennen genommen zu werden. Er zog aber irgendwie bis 07.00 h noch durch, bis er die 100 km geschafft hatte und brach dann ab.

Für die kommende Nacht blieb ich in einem Hotel, um nicht übermüdet heimzufahren. Wie geistig einen solch ein Lauf wegtreten lässt, zeigte sich kurz am Abend nochmal, als ich bei einem Telefonat anscheinend so wirr geredet haben muss und geistig nicht Herr meiner Sinne, dass ein kurzer Moment der Sinn dieser Anstrengung infrage gestellt wurde…. Aber mit Abstand von gut mehr als 30 h nach Ende sage ich meine Teilnahme für 2017 zu, wenn ich in Köln im Herbst auf dem Marathon 3:10 h schaffe…:-) Laufen ist eben eine Sucht und mentales Training….

Im Nachhinein erfuhr ich dann, dass erfreuliche 2000,- die Spendenkasse gefüllt hatten, was auch so in meiner Vorstellungskraft des Möglichen gelegen hatte!

Für soetwas macht man gerne schonmal die Nacht zum TagJ

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In den ersten 2 Std. des Rennens

 

 

 

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Ihr seht immer den Bericht vom letzten (jüngsten Lauf) und im Bild den Traum eines jeden Menschen: Die unendliche Weite,die Freiheit, die einem das Meer schenkt,ich halte es als symbol für Freiheit. Laufen bedeutet für mich nicht nur Pflichterfüllung dem Körper gegenüber und “Zwang” etwas zu tun, um Ziele zu erreichen, die im Sportlichen gründen,sondern auch Zeit für sich selbst zu haben,um nachdenken zu können, Stress abzubauen,sich aktiv zu erholen!

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